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Themenabend: Nachwuchsförderung in OWL

Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Studienfonds OWL lud die Stiftung die Wirtschaftsjunioren Paderborn + Höxter zu einem Informationsabend rund um die Förderung von Studierenden im Rahmen von Deutschlandstipendien ein.

Diskutierten zur Nachwuchsförderung: Tristan Niewöhner, Janina Sander, Prof. Dr. Wilhelm Schäfer, Benedikt Goeken, Dr. Yvonne Groening, Frank Thielemann, Katja Urhahne und Martin Pekala.

„Mangels Förderern können lediglich ein Drittel der Bewerber für ein Stipendium heute durch den Studienfonds OWL gefördert werden. Wir haben in Deutschland keine Kultur für Stipendien“, beklagt Prof. Dr. Wilhelm Schäfer, Präsident der Universität Paderborn und stellvertretender Vorstandsvorsitzender Studienfonds OWL. Diese Situation sei insofern bedauerlich, da 50 Prozent der Förderung durch Bundesmittel verdoppelt werden. Diese können jedoch nur abgerufen werden, wenn Förderer-Zusagen vorliegen. Die Förderung liegt bei 1.800 Euro pro Jahr, der gleiche Betrag kommt vom Bund. So erhält ein Student pro Monat einen Zuschuss von 300 Euro. Janina Sander, Maschinenbaustudentin und Stipendiatin sagt: „Die Unterstützung ermöglicht es mir, mich auf mein Studium zu konzentrieren und gleichzeitig mein ehrenamtliches Engagement in der Kirche und im Sportverein weiterzuführen.“ Neben den finanziellen Aspekten profitieren die Studenten von dem Förderer-Netzwerk, Workshops und Betriebsbesichtigungen. Die Stadt Paderborn unterstützt aktuell mit fünf Stipendien. „Wir laden die Studierenden ein und diskutieren darüber, wie sich die Stadt entwickeln soll“, berichtet Bürgermeister Michael Dreier.  

Die Unity AG, Unternehmensberatung hat bereits 14 Stipendien vergeben. Das Unternehmen sieht in der Unterstützung eher den Aspekt des gesellschaftlichen Engagements, als die Möglichkeit Studenten als Nachwuchskräfte zu rekrutieren. „Wir stehen zu unseren Wurzeln. Alle Vorstände der Unity haben in Paderborn studiert. Uns ist es wichtig in Bildung zu investieren, darum sind wir beim Studienfons OWL mit dabei“, begründet Frank Thielemann, Vorstand der Unity die Motivation des Unternehmens.

Der ehemalige Stipendiat und Gründer Tristan Niewöhner konnte sich während seines Studiums der Wirtschaftswissenschaften über die Förderung durch den Studienfonds OWL freuen. Erst im dritten Anlauf gelang es ihm, eine Zusage zu erhalten, doch seine Hartnäckigkeit zahlte sich aus. Bertelsmann und die Heinz Nixdorf Stiftung unterstützten ihn für jeweils ein Jahr im Masterstudiengang.  

Dr. Yvonne Groening, Geschäftsführerin der Unternehmensberatung myconsult aus Paderborn hat bisher zwei Stipendien zur Verfügung gestellt: „Wenn man wie wir als Förderer nicht nur finanziell aktiv ist, dann erhält man auch einen guten Kontakt zu Studenten, die aufgeschlossen und wissenshungrig sind – und zwar über das Studium hinaus.“ Das Unternehmen lud die Stipendiaten ein an Veranstaltungen und regelmäßigen Treffen zum Erfahrungsaustausch teilzunehmen.  

Der Geschäftsführer Benedikt Goeken von Goeken backen ist noch kein Förderer. Für ihn sei es wichtig, die Menschen in der Region zu halten, damit weiterhin eine gesunde Wirtschaft wachsen kann. „Zwischen der Hochschule und dem Handwerk herrscht noch eine ziemlich große Schere“, weiß der Bäcker- und Konditormeister, der in München an der Technischen Universität studierte. Insbesondere für das Handwerk sei es schwer gute Nachwuchskräfte zu finden.

„Wir fördern die Besten der Region“, erklärt Studienfonds-Geschäftsführerin Katja Urhahne. Bei dem Leistungsstipendium komme es sehr auf die besonderen Leistungen in Schule, Ausbildung und Studium an. Ergänzend dazu spiele das ehrenamtliche Engagement, Preise und Auszeichnungen eine entscheidende Rolle, ob Bewerber gefördert werden. 

Die Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) bilden mit rund 10.000 aktiven Mitgliedern aus allen Bereichen der Wirtschaft den größten deutschen Verband von Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren. Bei einer Wirtschaftskraft von mehr als 120 Mrd. Euro Umsatz verantworten sie rund 300.000 Arbeits- und 35.000 Ausbildungsplätze. Seit 1958 sind die Wirtschaftsjunioren Deutschland Mitglied der mehr als 100 Nationalverbände umfassenden Junior Chamber International (JCI). Mehr Informationen unter Opens external link in new windowwww.wjd.de